Die medizinischen Bildgebungsverfahren wurden in den letzten 40 Jahren deutlich verbessert. Ein prominentes Beispiel sind die besseren Fähigkeiten zur 3D-Rekonstruktion in der Computertomografie (CT), die fotorealistische Darstellungen ermöglicht. Vergleichbare technische Fortschritte haben in der Computerindustrie stattgefunden, wo die Entwicklung moderner Grafikkarten die Darstellung in Videospielen stark verbessert hat. Dagegen sind in der bildenden Kunst Techniken zur Verstärkung der räumlichen Wirkung seit Jahrhunderten bekannt. Auf den ersten Blick scheinen diese Bereiche in keinem Zusammenhang zu stehen, doch bestehen tatsächlich deutliche Überschneidungen. Der vorliegende Beitrag nimmt drei Bereiche in den Blick: bildende Künste, Videospiele und medizinische Bildgebung. Der Abschnitt zur bildenden Kunst erläutert verschiedene Zeichentechniken, die zur Erzeugung von Dreidimensionalität eingesetzt werden. Der Abschnitt zu Videospielen zeichnet die Entwicklung bei den Videospielen von den 1980er-Jahren bis heute nach. Der Abschnitt zur medizinischen Bildgebung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den ersten 3D-Röntgenrekonstruktionen der 1980er-Jahre und ihren Verbesserungen bis in die Gegenwart. Aktuelle Videospiele und 3D-Rekonstruktionen von CT-Scans liefern fotorealistisch anmutende Darstellungen räumlicher anatomischer Strukturen. Wichtige Faktoren dabei sind Schattenwurf und Lichteinfall, die in der bildenden Kunst seit Jahrhunderten eingesetzt werden. Die Wirkung, die fotorealistische 3D-Rekonstruktionen in Videospielen und der medizinischen Bildgebung auf den Betrachter entfalten, kann zu großen Teilen durch die Kenntnis und Anwendung von 3D-Techniken erklärt werden, die in der Zeichnung und Malerei Verwendung finden.
Schlagwörter: 3D-Rekonstruktion, Anatomie, bildende Kunst, Radiologie, Videospiele